nordrheinwestfalen

Nordrhein-Westfalen


Zielthemen und prioritäre Handlungsfelder

Die Landesgesundheitskonferenz NRW hat seit 1995 Gesundheitsziele festgelegt und umgesetzt. Zuletzt im Jahre 2005 mit den Gesundheitszielen Nordrhein-Westfalen 2005 -2010.

Dieser Zieleprozess ist abgeschlossen. Die Landesgesundheitskonferenz NRW hat sich darauf verständigt, sich hinsichtlich der Zieleweiterentwicklung am nationalen Gesundheitszieleprozess von gesundheitsziele.de zu orientieren. Hinsichtlich der Diskussion auf Landesebene erfolgt eine noch stärkere Ausrichtung als bisher an den Schwerpunktthemen der Landesgesundheitskonferenz und der Gesundheitsberichterstattung.

Ergänzend sind nachstehende Querschnittsthemen bei der Konkretisierung und Umsetzung zu berücksichtigen:

  • Bürger- und Patientenorientierung
  • Chancengleichheit einschließlich der Situation von Migrantinnen und Migranten
  • Evidenzbasierung
  • Gender Mainstreaming
  • Gesundheit alter Menschen
  • Kinder- und Jugendgesundheit
  • Menschen mit Behinderungen
  • Prävention
  • Qualitätssicherung / Qualitätsmanagement
  • Sektorale Verzahnung und Integration
  • Stärkung der Selbsthilfe


Rechtlicher Status der Zielprozesse

Nordrhein-westfälische Gesundheitsziele haben keine rechtliche Grundlage.
Sie sind aber inhaltlich und organisatorisch eng mit der Landesgesundheitskonferenz und ihren Gremien verbunden. Die Landesgesundheitskonferenz berät nach § 26 des Gesetzes über den Öffentlichen Gesundheitsdienst Fragen von grundsätzlicher Bedeutung und gibt bei Bedarf Empfehlungen. Die Umsetzung erfolgt unter Selbstverpflichtung der Beteiligten.


Finanzierung und Trägerschaft

Seit Beginn des Gesundheitszieleprozesses in Nordrhein-Westfalen 1994 wirken ca. 50 Organisationen und Institutionen des Gesundheitswesens unter dem Dach der Landesgesundheitskonferenz mit. Das Ministerium stellt die Geschäftsstelle; die Beteiligten finanzieren ihre Maßnahmen in eigener Zuständigkeit.


Historie

Nordrhein-Westfalen hat bereits 1994 als eines der ersten (Bundes-)Länder den Gesundheitszieleprozess eingeleitet und damit letztlich auch den Gesundheitszieleprozess auf Bundesebene befördert. Gesundheitsziele betten sich in den gesundheitspolitischen Regelkreis von Gesundheitsberichterstattung, Gesundheitskonferenzen und Gesundheitszielen ein. Durch Beschluss der 3. Landesgesundheitskonferenz 1994 wurden die nachstehenden „Zehn vorrangigen Gesundheitsziele für Nordrhein-Westfalen“ festgelegt. Die Konkretisierung erfolgte 1995 mit der Festlegung der inneren Struktur, die neben der allgemeinen Zielsetzung Unterziele, Problemanalyse und Lösungsansätze konkretisierte. 1995 – 2005 „Zehn vorrangige Gesundheitsziele für Nordrhein-Westfalen“:
  1. Herz-Kreislauf-Krankheiten reduzieren
  2. Krebs bekämpfen
  3. Rahmenbedingungen zur Förderung der Gesundheit
  4. Tabak, Alkohol und psychoaktive Substanzen
  5. Umwelthygiene-Management
  6. Primäre Gesundheitsversorgung
  7. Krankenhausversorgung
  8. Bürgernahe Dienste für besondere gesundheitliche Bedürfnisse
  9. Forschung und Entwicklung im Gesundheitsbereich
  10. Unterstützung durch Gesundheitsinformation.
Nach einem zehnjährigen Umsetzungszeitraum erfolgte eine Bestandsaufnahme durch das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRW (vormals LÖGD), die weiteren Handlungsbedarf deutlich machte.
Der Gesundheitszieleprozess wurde 2005 mit neuer thematischer Ausrichtung aktuellen Entwicklungen angepasst

Strukturziele:
  1. Gesundheitsförderung und Präventions ausbauen
  2. Bürgernäche schaffen und Gesundheitsverantwortung fördern
  3. Neue Versorgungsformen entwickeln
  4. Gesundheitsinformationen weiterentwickeln
  5. Forschung und Entwicklung im Gesundheitsbereich stärken

Krankheitsbezogene Ziele:
  1. Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren
  2. Krebs bekämpfen
  3. Rückenleiden minimieren
  4. Sucht bekämpfen
  5. Depressionen erkennen und behandeln

Auch dieser bis 2010 dauernde Umsetzungszeitraum  wurde dokumentiert.


Struktur

Gesundheitsziele werden in Nordrhein-Westfalen durch die Landesgesundheitskonferenz diskutiert, festgelegt und umgesetzt. Mitglieder der Landesgesundheitskonferenz sind alle wesentlich Verantwortung tragenden Organisationen und Institutionen des Gesundheitswesens, insbesondere die Kostenträger und die Leistungserbringer (Ärzte-, Zahnärzte-, Psychotherapeuten- und Apothekerkammern, Kassenärztliche- und Kassenzahnärztliche Vereinigungen, Sozialversicherungsträger, Krankenhausgesellschaft, Kommunale Spitzenverbände, Gewerkschaften und Arbeitsgeberverbände, Landschaftsverbände und Freie Wohlfahrtspflege, gesundheitliche Selbsthilfe, Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge und Patientenvertreter). Wesentliche Unterstützung leistet das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein- Westfalen (LZG.NRW) als weiteres Mitglied in der Landesgesundheitskonferenz. Die Landesgesundheitskonferenz hat auf Arbeitsebene den Vorbereitenden Ausschuss der Landesgesundheitskonferenz eingerichtet. Dieses Gremium verfügt über eine leistungsfähige Arbeitsstruktur und tritt regelmäßig zusammen. Durch Bildung von Arbeitsgruppen, die thematische Schwerpunktsetzungen aufbereiten, z.B. Arbeitsgruppe Gesundheitsziele, Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der jährlichen Entschließungen, Mitarbeit in der Landesinitiative Gesundes Land Nordrhein-Westfalen, Umsetzung des Landespräventionskonzeptes. Mitglieder sind die Organisationen und Institutionen der Landesgesundheitskonferenz, bei Bedarf werden externe Sachverständige eingebunden. Auf Bundesebene ist Nordrhein-Westfalen im Ausschuss und im Steuerungskreis der GVG aktiv eingebunden, das LZG.NRW arbeitet darüber hinaus im Evaluationsbeirat und in der AG 10 „Gesund älter werden“ mit. Zielgruppen Bevölkerung, Politik, Gesundheitswesen mit allen in der Landesgesundheitskonferenz vertretenen Organisationen und Institutionen Grundprinzipien des Zielprozesse Gesundheitsziele stehen für mehr Partizipation, Effizienz und Effektivität, Evidenzbasierung und Qualität, Langfristigkeit des Handelns und Chancengerechtigkeit. Die Auswahl de Gesundheitsziele erfolgte – auch in Anlehnung an gesundheitsziele.de auf Bundesebene – unter Berücksichtigung gesundheitspolitisch relevanter Kriterien:
  • Das zugrunde liegende Problem verursacht hohe Mortalität und Krankheitslast
  • Das zugrunde liegende Problem ist weit verbreitet
  • Das zugrunde liegende Problem verursacht hohe direkte Kosten
  • Es gibt Instrumente und Verfahren und damit gute Chancen zur Verbesserung des zugrunde liegenden Problems (z.B. im Bereich der Qualitätssicherung/des Qualitätsmanagements)
  • Es gibt Akteure, mit denen das Gesundheitsziel umgesetzt werden kann
  • Das Problem ist wichtig für Bevölkerung und Politik
  • Es bestehen gute Möglichkeiten zur Verbesserung gesundheitlicher Ungleichheit
  • Fortschritte können gemessen werden
  • Bürger und Patienten können aktiv zur Umsetzung beitragen
  • Es liegen keine ethischen Bedenken gegen das Gesundheitsziel vor.

Umsetzung der Zielmaßnahmen

Die Umsetzung der Gesundheitsziele erfolgt dezentral und liegt in der Verantwortung der einzelnen Akteure.



Qualitätssicherung

Qualitätsentwicklung am Beispiel des Landespräventionskonzepts als Werkzeug zur qualitätsgesicherten Maßnahmenentwicklung, Checkliste zur Prüfung von Maßnahmen im Hinblick auf Qualität und Verfahrensinstrument zur Aufnahme von Maßnahmen (https://www.lzg.nrw.de/ges_foerd/qualitaet/index.html). Am Beispiel Logovergabe für Projekte mit Vorbildcharakter in der Landesinitiative „Gesundes Land Nordrhein-Westfalen“, die entweder mit dem Gesundheitspreis NRW ausgezeichnet wurden oder – ebenfalls nach definierten Qualitätskriterien - als vorbildlich und nachahmenswert bewertet wurden und nach den NRW-Gesundheitszielen in einer Projektdatenbank ausgewiesen werden (www.infoportal-praevention.nrw.de).


Evaluation / Quantifizierung

Die Umsetzung der Ziele muss aufgrund klarer Erfolgsparameter messbar sein. Hier ist bereits mit der Vereinbarung der Ziele festzulegen, wie dies konkret auszusehen hat. Die konkrete Ausgestaltung der Gesundheitsziele erfolgte in verschiedenen Prozessen und Umsetzungskonzepten gemeinsam mit den Akteuren des Gesundheitswesens. Es erfolgte eine Abfrage über die realisierten Maßnahmen bei den Mitgliedern der Landesgesundheitskonferenz NRW. Aktuell werden eine Begleitevaluation u.a. auf Basis von Leitfadeninterviews bei allen Mitgliedern der Landesgesundheitskonferenz NRW und ein Monitoring des NRW-Gesundheitszieleprozesses anhand ausgewählter quantitativer Gesundheitsindikatoren im Rahmen der Landesgesundheitsberichterstattung durchgeführt.


Publikationen / Öffentlichkeitsarbeit

Nordrhein-Westfalen Gesundheitsziele Nordrhein-Westfalen 2005-2010 Entschließungen der Landesgesundheitskonferenz NRW Landespräventionskonzept Nordrhein-Westfalen „Zehn vorrangige Gesundheitsziele für NRW. Grundlagen für die nordrhein-westfälische Gesundheitspolitik“ Bestandsaufnahme „Zehn Jahre Gesundheitsziele Nordrhein-Westfalen 1995 bis 2005“\[ Hollederer A; Schiffer J. Bericht Nordrhein-Westfalen. In: Hrsg. GVG: Gesundheitsziele im Föderalismus: Programme der Länder und des Bundes. Bonn: Nanos 2007, S. 99-109


Instrumente

Ministerium für Frauen, Jugend Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.). Gesundheitsziele NRW - 2005 bis 2010: Grundlagen für die nordrhein-westfälische Gesundheitspolitik. Düsseldorf, Bielefeld 2005, 56 Seiten
Alle Downloads finden Sie hier: https://www.lzg.nrw.de/service/downloads/konzepte/index.html



Links

www.mgepa.nrw.de
https://www.lzg.nrw.de/index.html
www.praeventionskonzept.nrw.de
www.gesundheitspreis.nrw.de

Kontakt

  • Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen - LZG.NRW

    www.lzg.nrw.de

  • Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter

    http://www.mgepa.nrw.de