mecklenburgvorpommern

Mecklenburg-Vorpommern



Zielthemen und prioritäre Handlungsfelder

Mecklenburg-Vorpommern hat 2003 Gesundheitsziele für Kinder unter dem Motto "Chancengleich gesund aufwachsen" entwickelt. Seit 2008 werden sie im Rahmen des Landesaktionsplanes zur Gesundheitsförderung und Prävention ressortübergreifend umgesetzt.
2013 wurden die Gesundheitsziele inhaltlich neu ausgerichtet.

Die sechs neuen Kindergesundheitsziele für Mecklenburg-Vorpommern umfassen:
  • die Stärkung der Lebenskompetenz von Kindern und Jugendlichen,
  • die Verbesserung der motorischen Fähigkeiten durch mehr Bewegung,
  • ein Bewusstein für eine ausgewogene Ernährung,
  • die Stärkung der Gesundheit im Säuglings- und Kleinkindalter,
  • die Verbesserung der Mundgesundheit sowie 
  • die stärkere Nutzung der Gesundheitsvorsorge durch Jugendliche.
Die Gesundheitsziele sind im Ergebnis der Kindergesundheitskonferenz im April 2013 für die Ausrichtung der Angebote, Versorgungsstrukturen und Projekte in den kommenden Jahren handlungsleitend.


Rechtlicher Status der Zielprozesse

Die Gesundheitsziele haben in MV keine landesrechtliche Grundlage. Sie sind eine Gemeinschaftsaufgabe und basieren auf Selbstverpflichtung der Akteure (Land, Kommunen, Krankenkassen, Verbände u.a.).


Finanzierung und Trägerschaft

Die Finanzierung des Gesamtprozesses und ausgewählter prioritärer Projekte erfolgt über Haushaltsmittel des Landes, alle weiteren Projekte werden durch die jeweiligen Träger der Maßnahme finanziert.


Historie

  • 2002: Entwicklung der Ziele durch Expertengruppen
  • 2003: Verabschiedung der Ziele durch Kindergesundheitskonferenz
  • 2004/05: Kindergesundheitskonferenzen
  • 2006: Kindergesundheitsbericht
  • 2008: Einbeziehung der Gesundheitsziele in den Landesaktionsplan zur Gesundheitsförderung und Prävention
  • Beschluss zum Landesaktionsplan für Gesundheitsförderung und Prävention
  • 2009: erste Gesundheitskonferenz im Rahmen des Landesaktionsplanes für Gesundheitsförderung und Prävention
  • 2011: Beginn der Überarbeitung der Ziele durch Expertengruppen
  • 2012: Kinder- und Jugendgesundheitsbericht 2012
  • 2013: Vorstellung der überarbeiteten sechs neuen Gesundheitsziele  für Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern auf der Kindergesundheitskonferenz am 18. April 2013
  • Seit 2013: Umsetzung der Gesundheitsziele
  • IV/2015: Gesundheitskonferenz

Struktur

  • Bis 2008: zielgruppenspezifische Arbeitsgruppen in Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V. (LVG);
  • Seit 2008: Interministerielle Arbeitsgruppe, Aktionsbündnis für Gesundheit/ Gesundheitskonferenzen, Landesvereinigung für Gesundheitsförderung  M-V. e.V., Internetportal des Aktionsbündnisses für Gesundheit, Verzahnung mit der kommunalen Ebene über LVG.

Zielgruppen

Kinder und Jugendliche


Grundprinzipien des Zielprozesses

Unter Zugrundelegung der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung durch die Weltgesundheitsorganisation (1986) sowie der Gutachten des Sachverständigenrates im Gesundheitswesen aus den Jahren 2005 und 2007 sind mit dem Landesaktionsplan für Gesundheitsförderung und Prävention folgende Handlungsleitlinien vereinbart worden:
  • Ganzheitliches bio-psycho-soziales Gesundheitsverständnis zu Grunde legen
  • Gesundheitsförderung und Prävention sollen auf die Stärkung von Selbstbestimmung, Aktivierung, und Persönlichkeitsentfaltung ausgerichtet sein (salutogener Ansatz)
  • Zielgruppen ausreichend beteiligen (Partizipation)
  • Lebensumfeld der Menschen einbeziehen (Sozialraumorientierung, Setting-Ansatz) Verhaltensprävention mit gesundheitsfördernder Gestaltung der Rahmenbedingungen verknüpfen
  • Kontinuität und Nachhaltigkeit in der gesundheitlichen Prävention sichern.
Handlungsleitlinien zur Zielgruppenorientierung:

Konzepte zur Gesundheitsförderung und Prävention sollen auf die Lebenssituation der Zielgruppen ausgerichtet sein. Die Beachtung folgender Perspektiven soll die erforderliche Zielgruppenorientierung sicher stellen:

Soziale Perspektive:
Werden Menschen in sozial schwierigen Lebenssituationen erreicht?

Altersperspektive:
Erfolgt in angemessenem Umfang eine Altersdifferenzierung?

Geschlechterperspektive:
Wird die Geschlechterdifferenzierung ausreichend berücksichtigt?

Familienperspektive:
Finden in angemessenem Umfang familienfördernde und unterstützende Elemente Beachtung?

Umsetzung der Zielmaßnahmen

  • Lebensweltansatz (Setting-Ansatz): Kindertagesförderung, Schule, Arbeitswelt, Kommune;
  • Präventionsmaßnahmen mit dem Setting-Ansatz verknüpfen (z. B. Suchtprävention, Gewaltprävention, Kinderschutz);
  • politikübergreifend Ressourcen für Gesundheit erschließen;
  • Gesundheitsförderung in bestehende Förderprogramme integrieren (Soziale Stadt, Vereinbarkeit Beruf und Familie, Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen);
  • Maßnahmen für mehr Chancengerechtigkeit in Bezug auf Bildung und Gesundheit entwickeln;
  • Gesundheitsförderung bei neuen Gesetzesvorhaben und Richtlinien beachten (Kita-Gesetz, Schulgesetz, Umsetzung des Präventionsgesetzes auf Landesebene - Rahmenvereinbarung).

Qualitätssicherung

Die im Zusammenhang mit dem Landesaktionsplan durchgeführten Projekte und Maßnahmen sollen eine Evaluation sowie Empfehlungen zur Verstetigung und/oder Weiterverbreitung im Land einschließen. Bei Förderentscheidungen durch das Land ist durch den Projektträger ein schlüssiges Konzept voranzustellen. Dabei sind die o.a. genannten Handlungsleitlinien anzuwenden. Im Sinne des Sachverständigen-Gutachtens 2007 sollen insbesondere in der Gesundheitsförderung neben erwiesenen wirksamen (proven interventions) auch plausible Interventionen (promising interventions) durchgeführt werden können.  Maßnahmen und Projekte zur Prävention sollen in der Regel nur gefördert werden, wenn deren Wirksamkeit bereits nachgewiesen wurde. Für die Erfolgskontrolle des Gesamtvorhabens „Förderung der Gesundheit der Bevölkerung“ bildet die Gesundheitsberichterstattung eine wichtige Grundlage. Sie wird deshalb systematisch für die Beurteilung der Ergebnisqualität genutzt. Darüber hinaus werden im Sinne einer Präventionsberichterstattung spezielle Daten erfasst und ausgewertet. Eine enge Kooperation mit den Universitäten und Hochschulen des Landes und dem Aktionsbündnis für Gesundheit soll sicherstellen, dass gesundheits- und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse kontinuierlich in die Überprüfung und Weiterentwicklung der gesundheitlichen Prävention in Mecklenburg-Vorpommern einfließen.


Evaluation / Quantifizierung

  • Gesundheitsberichterstattung,
  • Begleitende Evaluation zum Landesaktionsplan für Gesundheitsförderung und Prävention

Publikationen / Öffentlichkeitsarbeit

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