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Brandenburg


Zielthemen und prioritäre Handlungsfelder

  • Gesundheit  von Kindern und Jugendlichen (initiiert 2003)
    Der Gesundheitszieleprozess Bündnis Gesund Aufwachsen in Brandenburg (BGA) besteht seit 2004.
     
  • Suchtprävention (2002)
  • Landessuchtkonferenz - Reduzierung suchtbegünstigender Faktoren und Abhängigkeit

  • Onkologie Vorsorge und Versorgung (2000)
    Ziele zur Optimierung der Qualität von Vorsorge, Früherkennung und Versorgung von Krebskranken.
    Gesundheitszieleprozess: Qualitätskonferenz Onkologie
     
  • Prävention von Verletzungen durch Unfälle und Gewalt (2009)
    Das Land Brandenburg ist Mitglied im WHO-Netzwerk Safe Communities.
  • Gesundheitszieleprozess: Safe Region - Sicheres Brandenburg für alle
     
  • Alter und Gesundheit (2012)
  • Gesundheitszieleprozess: Bündnis Gesund Älter werden im Land Brandenburg

Rechtlicher Status der Zielprozesse

  • freiwillige Zusammenschlüsse von Organisationen und Institutionen
  • auf Initiative des Gesundheitsministeriums
  • kein formaler rechtlicher Status


Finanzierung und Trägerschaft

  • Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg
  • in Verantwortung und durch finanzielle Förderung der zentralen Akteure


Historie

Landesgesundheitspolitik in Brandenburg will dazu beitragen, dass die Menschen in Brandenburg gesund aufwachsen, leben, wohnen, arbeiten, am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und in Würde sterben können. Einige der brandenburgischen Gesundheitszieleprozesse sind nicht unter der Bezeichnung Gesundheitszieleprozesse entstanden. Es hat sich in den letzten Jahren aber zunehmend ein Selbstverständnis heraus kristallisiert, das konzeptionell zu den Gesundheitszieleprozessen passt:
  • Kooperation und partizipatives Herangehen
  • Orientierung an Ergebnissen der Gesundheitsberichterstattung
  • gemeinsame Zielfindung und Überprüfung von Maßnahmen


Struktur und Vorgehen

Die Akteure eines Gesundheitszieleprozesses kommen regelmäßig im Plenum zusammen. Das Plenum nimmt Berichte des Steuerungskreises und der Arbeitsgruppen entgegen. Das Plenum bewertet die aktuellen Verhältnisse im jeweiligen Handlungsfeld, nimmt die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zur Kenntnis und beschließt die Vorgehensweisen für die Periode bis zum nächsten Plenum. Über die Aufnahme der Ziele, Teilziele und Maßnahmen in den Zieleprozessen beschließt das Plenum. Über Finanzierung und Durchführung der Maßnahmen entscheiden die an der Maßnahme beteiligten Akteure in eigener Zuständigkeit. Der Steuerungskreis ist die ständige Vertretung des Plenums und bereitet u.a. die Plenarsitzungen mit den Arbeitsgruppen vor. Die fachliche Arbeit wird in unterschiedlichen Arbeitsgruppen in den Handlungsfeldern geleistet.


Zielgruppen

Die Zielgruppen sind abhängig vom jeweiligen Handlungsfeld
  • Leistungserbringer und Kostenträger in der gesundheitlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen
  • Fachverbände
  • Verbände der freien Wohlfahrtspflege
  • Selbsthilfeorganisationen
  • Gesundheitspolitiker
  • Kinder und Jugendliche
  • Suchtgefährdete
  • Leistungserbringer und Kostenträger in der onkologischen Versorgung
  • Fachverbände und Selbsthilfeorganisationen im onkologischen Versorgungssystem


Grundprinzipien der Zielprozesse

Alle Ziele und Maßnahmen zur Behebung von Defiziten und Mängeln werden - wenn möglich - auf Grundlage der Daten der Gesundheitsberichterstattung vereinbart. Weiterhin gelten Partizipation und Kooperation als Grundprinzip. Die gesamte Bandbreite der Handlungsfelder wird abgedeckt, also von der Prävention über die Früherkennung und Versorgung bis zur Rehabilitation.
Typisch für die Gesundheitszieleprozesse im Land Brandenburg ist auch die Kombination eines Bottom-up- mit einem Top-down-Ansatz - einerseits Steuerungsgruppen auf Landesebene und andererseits weitgehend autonome Arbeit in den Arbeitsgruppen.


Umsetzung der Zielmaßnahmen

Generell gilt, dass die Umsetzung von Maßnahmen in der Verantwortung der jeweiligen Akteure liegt. Im Rahmen des Gesundheitszieleprozesses verpflichten sich Akteure zur Realisierung von Maßnahmen, die zur Zielerreichung beitragen sollen.

Beispiel:
  • Modellprojekt „Gesundheitsförderung im Setting Schule“ in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen und dem Bildungsministerium (2005-2008)
  • Transfer guter gesundheitsförderlicher Praxis im Setting Kita (seit 2008)
  • Flächendeckende Etablierung von lokalen Netzwerken Gesunde Kinder (2006-2009)
  • Ausbau eines qualitätsgesicherten Hörscreenings für Neugeborene, in Zusammenarbeit u. a. mit dem Neugeborenen-Screeningzentrum an der Charité Berlin und den geburtshilflichen Abteilungen in Brandenburger Kliniken (seit 2009)
  • Kampagnen zur Förderung der Impfprävention an Schulen (ab 2010)
  • Ausbau niedrigschwelliger Zugangswege zur Frühförderung in Zusammenarbeit von regionalen Frühförderstellen mit den Netzwerken Gesunde Kinder (seit 2009)
  • Verteilung des zahnärztlichen Prophylaxepasses für junge Mütter und Kinder über Kliniken, Kitas und Schulen (ab 2010)
  • Ausbau einer Datenbank über Verletzungen durch Unfälle oder Gewaltanwendung (Injury Data Base) nach europäischem Standard, die auch Auskunft über das Verletzungsgeschehen gibt und ermöglicht, typische Risikoprofile zu erkennen (seit 2009)
  • Umsetzung des Programms „Sicheres Brandenburg - auf dem Weg zur Safe Region“. Verletzungsprävention von Kindern und Jugendlichen nach den Standards der WHO (seit 2009)
  • Landesprogramm "Brandenburg rauchfrei"
  • Steigerung der informierten Inanspruchnahmen von Programmen zur Darmkrebs-Früherkennung durch regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit
  • Zentralisierung der flächendeckend etablierten klinischen Krebsregister
  • Zertifizierung onkologischer Behandlungseinrichtungen

Publikationen / Öffentlichkeitsarbeit

  • Heft „inpuncto” Nr. 12/2009: Lokale Netzwerke Gesunde Kinder
  • Bericht „Sicheres Brandenburg – auf dem Weg zur Safe Region“ Ergebnisprotokolle der Plenumssitzungen 2002, 2003, 2006, 2009
  • Landesprogramm „Brandenburg rauchfrei“ 2004
  • Landesprogramm „Verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol“ 2007
  • Landesgesundheitsbericht „Zur Suchtproblematik im Land Brandenburg“ MUGV 2010
  • „Qualitätsbericht Onkologie“ unter www.tumorzentrum-brandenburg.de
  • Materialien der Öffentlichkeitsarbeit zu den Früherkennungskampagnen gegen Darmkrebs unter www.brandenburg-gegen-darmkrebs.de
  • Von Braunmühl, C. (2007). Brandenburg. In: GVG (Hrsg.). Gesundheitsziele im Föderalismus. Köln: nanos.
  • MUGV Brandenburg und LGA Brandenburg (2009). Sicheres Brandenburg - auf dem Weg zur Safe Region, inpuncto 03/200