Glossar Gesundheitsziele

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Erklärung der Begriffe
Schule
In der Bundesrepublik Deutschland müssen alle Kinder bzw. Jugendlichen eine allgemeinbildende Schule besuchen. Die Dauer der Vollzeitschulpflicht (allgemeine Schulpflicht) beträgt in den meisten Ländern neun, in einigen auch zehn Jahre und die anschließende Teilzeitschulpflicht (Berufsschulpflicht) drei Jahre. Die Allgemeine Hochschulreife kann nach Jahrgangsstufe 12 oder 13 erworben werden.
Die aus der föderalen Struktur des Bildungswesens resultierende Vielfalt schulischer Bildungsgänge machen länderübergreifende Regelungen erforderlich. So wurde und wird auf der Grundlage des sogenannten Hamburger Abkommens (vom 28.10.1964, Neufassung von 1971) die gemeinsame Grundstruktur des Bildungswesens in der Bundesrepublik gestaltet. Die Kultusministerkonferenz (KMK) sichert durch ihre Beschlüsse und Vereinbarungen die Übereinstimmung oder Vergleichbarkeit der schulischen Bildungsgänge und ihrer Abschlüsse. Durch ihre Empfehlungen zu Fächern und Lernbereichen macht sie inhaltliche Vorgaben, die in den Lehr- bzw. Bildungs- und Rahmenplänen der Länder umgesetzt werden.
Selbsthilfe
Gesundheitliche Selbsthilfe ist eine besondere Form des freiwilligen gesundheitsbezogenen Engagements. Sie findet innerhalb selbst organisierter, eigenverantwortlicher Gruppen, in denen sich Betroffene einschließlich ihrer Angehörigen zusammenschließen, statt. Für die Bewältigung von Krankheiten durch psychosoziale Unterstützung außerhalb familiärer Netzwerke und professioneller Dienstleistungssysteme kommt der Selbsthilfe eine hohe Bedeutung zu. Sie bildet damit eine wichtige Säule im System gesundheitlicher Versorgung und leistet einen eigenständigen Beitrag zur Gesunderhaltung und Problembewältigung insb. chronisch Kranker und Behinderter.

Die Selbsthilfebewegung nahm in Deutschland in den 70er Jahren ihren Anfang und konnte sich Anfang der 80er Jahre auch strukturell etablieren. Sie hat wesentlich zu einer veränderten Rolle der Patient(inn)en beigetragen und die Interessen von Patient(inn)en im Gesundheitswesen vertreten.

Es finden sich drei Organisationsformen der Selbsthilfe: Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen auf Bundes- und Landesebene und Selbsthilfekontaktstellen. Seit dem Jahr 2000 ist die Selbsthilfeförderung durch die Gesetzliche Krankenversicherung in § 20 Abs. 4 SGB V verpflichtend geregelt.
Settingansatz
Mit dem Begriff "Setting" wird ein überschaubares sozial-räumliches System wie z.B. Schule, Kindertagestätten, Krankenhaus, Betriebe, Stadtteil, Kommune oder Familie, in dem Menschen ihren Alltagstätigkeiten nachgehen, bezeichnet. Settingorientierte Interventionen richten sich an die strukturellen Bedingungen des Settings sowie an die involvierten Personengruppen.

Seit seiner Entwicklung durch die WHO Ende der 80er Jahre gilt der Settingansatz als Instrument zur praktischen Umsetzung der Prinzipien der Ottawa-Charta (Gesundheitsförderung). Seine besondere Bedeutung für die Gesundheitsförderung von sozial Benachteiligten erhält er dadurch, dass er einen gleichermaßen verhaltens- und verhältnisorientierten Ansatz der Gesundheitsförderung darstellt.

Ein Setting kann in einem umfassenden Sinn verstanden werden als ein durch formale Organisation, durch regionale Situation und/oder gleiche Werte bzw. Präferenzen definierter, relativ dauerhafter und zumindest ansatzweise verbindlicher Sozialzusammenhang, von dem wichtige Impulse auf die Wahrnehmung von Gesundheit, Gesundheitsbelastungen und /oder Gesundheitsressourcen sowie auf alle Formen der Bewältigung von Gesundheitsrisiken (Balance zwischen Belastung und Ressourcen) ausgehen können.
Starter- maßnahmen
Aus dem Katalog exemplarischer, empfohlener Maßnahmen werden einzelne sog. Startermaßnahmen ausgewählt, die bedeutsam für das Gesundheitsziel und machbar sowie zeitnah umsetzbar sind.