Glossar Gesundheitsziele

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Erklärung der Begriffe
Prävention
Die Prävention (Krankheitsverhütung) versucht durch vorbeugende Maßnahmen einen Krankheitseintritt abzuwenden, zu verzögern bzw. Krankheitsfolgen abzumildern. Betroffene Personen sollen durch Präventionsmaßnahmen in ihrer Eigenverantwortung gestärkt und zur Selbsthilfe angeregt werden.

Dabei wird je nach Zeitpunkt der Intervention unterschieden in Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention. Diese Ansätze gehen auf Caplan (1964) zurück.

Die Primärprävention umfasst alle präventiven Aktivitäten vor Eintritt einer fassbaren biologischen Schädigung. Sie dient der Gesunderhaltung bspw. durch Schutzimpfungen und bestimmte Prophylaxe-Maßnahmen. Eine Form der Primärprävention ist die Gesundheitsförderung.

Sekundärprävention (Vorsorge): Hier sollen bereits vorhandene, aber noch symptomlose Krankheiten frühzeitig diagnostiziert und therapiert werden (z.B. Früherkennungs- maßnahmen wie Gesundheits-Check-Up und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen).

Tertiärprävention (Rehabilitation): Rückfälle und Folgeschäden eingetretener Krankheiten sollen durch Maßnahmen verhindert und abgemildert werden.

Ein neuerer Ansatz auf Gordon (1983) zurückgehend und vom Institute of Medicine (1994) aufgegriffen grenzt die Prävention von der Therapie ab, indem das Konzept der universellen, selektiven und indizierten Prävention eingeführt wurde. Alle diese Präventionsarten beziehen sich auf Personen, die keine aktuellen gesundheitlichen Beeinträchtigungen aufweisen und daher auch keine medizinischen Dienste in Anspruch nehmen. Bei der Universellen Prävention handelt es sich um Maßnahmen, die der ganzen Bevölkerung zugute kommen und die in vielen Fällen ohne professionelle Hilfe anwendbar sind wie z.B. eine angemessene Ernährung. Der Nutzen der Maßnahmen steht hier in einem besonders positiven Verhältnis zum Aufwand. Bei der Selektiven Prävention liegt ein ungünstigeres Kosten-Nutzen-Verhältnis vor, so dass diesbezügliche Maßnahmen nur selektiv empfohlen werden können. Diese Selektion erfolgt dabei nach Zugehörigkeit zu einer Subgruppe mit überdurchschnittlichem Erkrankungsrisiko wie bspw. die Grippeimpfung älterer Menschen. Indizierte Prävention richtet sich an Personen, bei denen individuell gesicherte Risikofaktoren für eine bestimmte Erkrankung vorliegen. Da für diese Präventionsart bezüglich der indizierten Prävention der geeignete Personenkreis zunächst mit Hilfe von Screeningmaßnahmen identifiziert werden muss (z.B. Kontrolle des Bluthochdrucks), sind entsprechende Präventionsstrategien zumeist sehr aufwendig.

Neben den genannten Unterscheidungsdimensionen werden Präventionsmaßnahmen danach eingeteilt, inwiefern sie auf das Individuum oder seine Lebensumwelt abzielen. Diesbezüglich wird zwischen Verhaltens- und Verhältnisprävention unterschieden.
Pragmatischer Ansatz
Die Auswahl der Gesundheitsziele sowie die Formulierung Ober- und Teilziele erfolgt pragmatisch, d.h. wissenschaftlich reflektiert und zugleich handlungsorientiert. Von zentraler Bedeutung sind außerdem politische bzw. umsetzungs- und implementierungsbezogene Kriterien (z.B. die Machbarkeit bei der Zielauswahl).