Glossar Gesundheitsziele

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Erklärung der Begriffe
Gender Mainstreaming
Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.

"Gender" kommt aus dem Englischen und bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen von Frauen und Männern. Diese sind - anders als das biologische Geschlecht - erlernt und damit auch veränderbar. "Mainstreaming" (englisch für "Hauptstrom") bedeutet, dass eine bestimmte inhaltliche Vorgabe, die bisher nicht das Handeln bestimmt hat, nun zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht wird.

Als politische Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter zielt Gender Mainstreaming darauf ab, dass bei sämtlichen (politischen) Aktivitäten die Auswirkungen für Frauen und Männer beachtet werden. Es geht dabei insbesondere auch um die Reorganisation beziehungsweise Verbesserung von politischen Entscheidungsprozessen, damit Frauen und Männer gleichberechtigt von ihnen profitieren können und erkannte Ungleichheiten nicht weiter fortbestehen.

Mit Inkrafttreten des Amsterdamer Vertrages am 1. 5. 1999 wurde auf EU-Ebene Gender-Mainstreaming zum ersten Mal als verbindlicher Auftrag festgeschrieben: Art. 2 und 3 des Vertrages verpflichten alle Mitgliedsstaaten zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender-Mainstreaming-Ansatzes.

Die Berücksichtigung der Geschlechterperspektive ist im Projektmanagement bei jedem Schritt - von der Problemanalyse bis zur Evaluation - relevant.
Geschlechter-sensibilität
Geschlechtersensibilität beinhaltet die angemessene Berücksichtigung der Kategorie Geschlecht bzw. der Lebensrealitäten von Frauen und Männern bzw. Mädchen und Jungen. Sie stellt zum einen einen politischen Standard dar, der auf Chancengleichheit bzw. die gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männern in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zielt. Geschlechtersensibilität stellt aber darüber hinaus auch ein zentrales Kriterium der Qualitätssicherung dar mit dem Ziel, die Qualität der Gesundheitsförderung zu verbessern und zu sichern. Nur eine geschlechtersensible Gesundheitsförderung kann eventuelle Unterschiede zwischen den Geschlechtern oder Besonderheiten eines Geschlechts wahrnehmen bzw. Unterschiede, die zu Unrecht gemacht werden beseitigen und letztendlich für beide Geschlechter Wirksamkeit entfalten.
Gesundheitliche Chancen- gleichheit
Das Regionalbüro der WHO hat in seinem Rahmenkonzept "Gesundheit 21" die Zielvorstellung gesundheitlicher Chancengleichheit formuliert. Danach sollen alle Menschen unabhängig von Bildungsstand, Berufsstatus, Einkommen, nationaler Zugehörigkeit, Ethnie, Generation, Alter und Geschlecht den gleichen Zugang zu Gesundheitsdiensten sowie die gleichen Chancen haben, ihre Gesundheit zu erhalten bzw. gesund zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen müssen ungerechte Unterschiede im Gesundheitszustand Einzelner, gesellschaftlicher Gruppen, Regionen usw. abgebaut und benachteiligte Gruppen gezielt gestärkt werden.
Gesundheits- förderung
Nach dem Verständnis der WHO ist Gesundheitsförderung ein Konzept, das bei der Analyse und Stärkung der Gesundheitsressourcen und -potenziale der Menschen sowie auf allen gesellschaftlichen Ebenen ansetzt. Ziel des Ansatzes ist es, Menschen zu befähigen, ihre Kontrolle über die gesundheitsbeeinflussenden Faktoren (Gesundheitsdeterminanten) zu erhöhen und dadurch ihre Gesundheit zu verbessern. Des Weiteren sollen bestehende Ungleichheiten in der Gesundheits- und Lebenserwartung verschiedener sozialer Gruppen reduziert werden. Gesundheitsförderung ist demnach ein komplexer sozialer und gesundheitspolitischer Ansatz, der neben der Verbesserung von gesundheitsrelevanten Lebensweisen (Gesundheitshandeln) die Verbesserung von gesundheitsrelevanten Lebensbedingungen (Verhältnisse, Strukturen, Kontexte) umfasst.
Gesundheitsziel
Managementkonzept im Gesundheitswesen zur Verbesserung der Bevölkerungsgesundheit und/oder Steuerung im Gesundheitssystem. Gesundheitsziele im engeren Sinne können sich direkt auf das Krankheits- oder Todesursachenspektrum richten oder zielen auf unterstützende Bereiche, wie Public-Health, Politik, Versorgung und Wissenschaft.

Im Rahmen von gesundheitsziele.de erfolgt eine Konkretisierung der Gesundheitsziele auf den vier Ebenen:
a. Gesundheitsziel (engl. objective, goal)
b. Teilziel (engl. target),
c. Strategien
d. Maßnahmen

Hinsichtlich des Zielbereichs und der Evaluation lassen sich zudem
a. Strukturziele
b. Prozessziele
c. Ergebnisziele

unterscheiden. Erstere zielen auf die Einrichtungen der Prävention und Gesundheitsförderung oder Versorgung (Strukturen) ab. Prozessziele beziehen sich auf den Prozess der Leistungserbringung und die Konstellation von Leistungserbringern sowie Nutzer(inne)n innerhalb einer Versorgungseinrichtung. Ergebnisziele sind auf die gesundheitsbezogenen Ergebnisse ausgerichtet.