Glossar Gesundheitsziele

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Erklärung der Begriffe
Empowerment / Befähigung zu selbst-bestimmtem Handeln
Empowerment lässt sich in einer programmatischen Kurzformel als "Befähigung zu selbst bestimmtem Handeln" ausdrücken. Laut WHO, die sich bei ihren Ausführungen auf die Gesundheitsförderung bezieht, sollen Individuen und soziale Gruppen durch bestimmte Prozesse (kultureller, sozialer, politischer oder psychologischer Art) einerseits dazu befähigt werden, ihre Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen und zu deren Befriedigung politische, kulturelle und soziale Aktivitäten zu erwirken. Anderseits soll die Befähigung bestehen, Sorgen vortragen sowie Strategien für die Einbeziehung in Entscheidungsprozesse entwerfen zu können. Dabei findet eine Unterscheidung zwischen individual empowerment (individuelle Befähigung zu selbstbestimmten Handeln) und community empowerment (gemeinschaftsbezogene Befähigung zu selbst bestimmtem Handeln) statt. Während individual empowerment vor allem auf die Fähigkeit des Einzelnen, Entscheidungen zu treffen und Kontrolle über das persönliche Leben zu haben abzielt, bezieht community empowerment Individuen in gemeinschaftliches Handeln ein, um mehr Einfluss und Kontrolle über die Determinanten von Gesundheit und die Lebensqualität in ihrer Gemeinschaft zu gewinnen. Des Weiteren ist sie ein wesentliches Ziel von Gemeinschaftsaktionen für Gesundheit.
Evaluation
Unter Evaluation wird die systematische Sammlung, Analyse und Bewertung von Informationen über Aktivitäten, Eigenschaften und Ergebnisse von Projekten, Personen und Produkten verstanden. Die Evaluation ermöglicht die Gewinnung wichtiger Erkenntnisse über Stärken und Schwächen einer Maßnahme oder eines Projekts. Hierdurch verbessern sich die Grundlagen für projektbezogene Entscheidungen und es wird eine Basis für die Erhöhung der Effektivität und Effizienz geschaffen. Evaluiert werden können sowohl Strukturen (Strukturevaluation), Prozesse (Prozessevaluation) als auch Ergebnisse und Wirkungen der Maßnahmen (Ergebnisevaluation).

Des Weiteren wird zwischen der Eigen- und Fremdevaluation unterschieden. Bei der Eigenevaluation führt der Akteur einer Maßnahme die Evaluation in Eigenverantwortung durch, die Fremdevaluation erfolgt durch Außenstehende. Aufgabe des Evaluierenden ist es, geeignete Indikatoren zu spezifizieren, Vergleichsstandards festzulegen und empirische Daten zu erheben, um das Programm oder die Dienstleistung beurteilen zu können.
Evaluations- konzept
Für die Gesundheitsziele wurden auf der Ebene der Startermaßnahmen Indikatoren bzw. Indikatorfragen entwickelt und die dazugehörigen Datenquellen bzw. Datenlücken identifiziert. Die Konzepte erfüllen mehrere Funktionen:

1. Sie können den Grad der Zielerreichung abbilden.
2. Sie geben Projekt- und Maßnahmeträgern Anregungen und Hilfestellungen für die Evaluation ihrer  Aktivitäten.
3. Sie geben der Gesundheitsberichterstattung und Routinesurveys Impulse für die Weiterentwicklung.